Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach


Zum Vergrößern aufs Bild klicken

Jürgen Neumaier
Rainer Zimmermann
Rolf Zimmermann
Joachim von Heimburg
Ursula Reichart:
Alban Muslija

4. Ausstellungsstaffel, zwölf Künstler

Jürgen Neumaier: Der 1965 in Haslach geborene und seit 1993 freischaffende Künstler studierte von 1987 bis1989 an der Kunstschule am Forum Kreuzberg/Berlin und von 1989 bis 1993 an der Fachhochschule Ottersberg (Schwerpunkt Malerei). 1994 erhielt er den Kunstpreis des Landkreises Verden. Neumaier versucht seinen eigenen Angaben zufolge in seinen Bildern durch die Anordnung der abstrakten, voneinander abgegrenzten Formen eine innere Bewegung zu erzeugen. Dabei geht es ihm nicht um ein statisches Nebeneinander der verschiedenen Einzelformen, sondern um eine fließende, das Bild durchströmende Gesamtheit. (1. Obergeschoss)

Rainer Zimmermann: Der in Lahr geborene Zimmerman studierte von 1969 bis 1974 Kunst am Staatlichen Hochschulinstitut in Mainz und schloss daran ein Studium der Kunstgeschichte und Biologie  an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz an. „Meine Farbtafeln sind Abstrahierungen meiner Erfahrungen mit der naturgegebenen Formenwelt meines Gartens in Meißenheim. Es sind Spuren und Strukturen von Pflanzen oder Pflanzenteilen, entdeckt in der eigenen Umgebung, eingearbeitet in die Bildfläche als Verweis auf den Optimismus des Werdens und Wachsens, eingefangen in Linien und Quadrat. So entsteht ein Dialog von Begrenzung und Dynamik, von Regelhaftigkeit und Widerspruch.“, beschreibt Zimmermann seine Arbeit. (1. Obergeschoss)

Gisela Harff-Schüppert: Die 1947 in Groß-Bieberau/Odenwald geborene Goldschmiede-Meisterin arbeitet seit 1985 im eigenen Atelier in Offenburg. 1994 begann sie mit der künstlerischen Fotografie. „Die Erfahrungen als Goldschmiedin und Schmuckgestalterin haben meine fotografische Arbeit sehr geprägt. Wie bei der Schmuckgestaltung verwende ich Seheindrücke aus der unmittelbaren Umgebung, der Stadtlandschaft oder der Natur. Bei der fotografischen Gestaltung fasziniert mich besonders das Spiel von Licht, Struktur und Farbe. Oberflächen, Texturen, Linien – parallel oder diagonal verlaufend – bestimmen den Bildaufbau“, so die Künstlerin. (2. Obergeschoss)

Marianne Hopf: Nach ihrem Studium der Malerei an der Freien Kunstschule Nürtingen wohnte und arbeitete die Künstlerin von 1987 bis 2002 wechselweise in Berlin und New York, danach wechselweise in Berlin und Lahr. Die gebürtige Freiburgerin hat Lehraufträge an verschiedenen Kunstschulen. „Mit dramatischem Gespür lässt Marianne Hopf Kräfte und kontrastive Formen aufeinander und ineinander treffen, und beweist sich dabei als originäre Zeichnerin, der es um Vielschichtigkeit, wachsende Raumtiefe und Transparenz geht. Überdies liebt sie das Spektrum der Erdfarben zwischen gelblich Ocker und dunklem Rostbraun. Cloisonnierende Linien scheinen Ordnung in das vermeintliche Chaos zu bringen, das sich bei längerem Hinschauen als geordnet erweist“, schreibt Stefan Tolksdorf über die Hopfs. Arbeiten. (2. Obergeschoss)

Rolf Zimmermann: Der 1948 in Murg geborene Künstler studierte von 1967 bis 1972 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. In den Folgejahren erhielt Zimmermann mehrere Stipendien und wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Preis des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie und dem Albert Haueisen-Förderpreis Rheinland-Pfalz. Der in Karlsruhe lebende und arbeitende Künstler beschäftigt sich in seinen Zeichnungen und Bildern mit den kleinsten Details und mit Gegenständen des Alltags. Ihn interessiert die Existenz der Dinge in der Form, der man das Leben ansieht und die in ihrer Vergänglichkeit einen melancholischen Wert erhalten. Seine Passagen-Bilder wiederum erzählen von einem anonymen und uniformen Lebensfluss. Der Künstler richtet sein Augenmerk auf soziale, politische und historische Zusammenhänge. Diese bestimmen die Inhalte seiner Bilder. (2. Obergeschoss)
.
Joachim von Heimburg: Der 1948 in Karlsruhe geborene und in Offenburg wohnende Künstler und Pädagoge studierte von 1971 bis 1978 an der Hochschule für Bildende Künste Stuttgart bei den Professoren Daudert, Sekal, Schellenberger und Hrdlicka. Bis 2008 arbeitete er als Kunsterzieher am Oken-Gymnasium in Offenburg. „Die farbreichen Landschaftsausschnitte des Joachim von Heimburg erzählen wie auch seine Stillleben mit der ungeheuren Vielfältigkeit der Dinge vom Wachstum der Vegetation draußen und drinnen und sind so gleichzeitig Metapher für innerseelische Befindlichkeitsstadien, verbunden mit Seh-, Hör-, Riech- und Fühlerlebnissen. Die Diversifikation seiner in Öl auf Leinwand gemalten Reduzierungen aufs Wesentliche einer Landschaft oder Dingwelt lassen diesen Schluss zu“, beschreibt die Künstlerin Anita Frei-Krämer von Heimburgs Werke. (3. Obergeschoss)

Ursula Reichart: Die Künstlerin studierte von 1977 bis 1983 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und erhielt während dieser Zeit ein Stipendium an der Ecole de Beaux-Arts Aix-en-Provence et Marseille bei dem Maler Vincent Bioulès. Die zweifache Mutter lebte und arbeitete mehrere Jahre in Montpellier, Aix-en-Provence und Straßburg, ehe sie 1996 nach Kehl umsiedelte. Bernd Künzig über die Künstlerin: „Ihre Bilderfindungen speisen sich aus dem Material organischer Bausteine. Bereits ein erster Blick auf die Bildoberfläche offenbart derartige Strukturelemente, die uns aus biologischen Abbildungen und Schautafeln bekannt vorkommen. Zum einen überarbeitet die Künstlerin mit Farbe vorgefundene Grundlagen, die aus dem naturwissenschaftlichen Bildvorrat stammen, zum anderen nutzt sie deren strukturelle Vorgaben, um zu eigenen Bilderfindungen zu gelangen.“ (3. Obergeschoss)

Martin Sander: Der 1969 in Ludwigshafen am Rhein geborene und seit 1992 in Offenburg lebende freischaffende Künstler schöpft seine Malerei aus seinem direkten Umfeld, aus Alltagssituationen. Als Bildvorlagen dienen Fotoschnappschüsse, die auf klein- und großformatigen Leinwänden malerisch übertragen werden. Bei der Umsetzung des Motivs in Malerei geht es um Reduktion auf das Wesentliche, um das Herausarbeiten und Betonen einer visuellen Erscheinung – nicht um die akribische Nachahmung der Vorlage auf Leinwand, vielmehr um eine Kunst, die scheinbar belanglose Alltagsausschnitte in selbstständige Bilder transformiert. (3. Obergeschoss)

Maria Dinger: Die gebürtige Freiburgerin studierte von 1977 bis 1984 an der Universität sowie an der Hochschule für Bildende Künste in Stuttgart und schloss mit  zwei Examen ab. Seither arbeitet sie als freischaffende Künstlerin und hat seit 1999 einen Lehrauftrag an der Kunstschule Offenburg (Mappenkurse), unterbrochen von einem zweijährigen Arbeitsaufenthalt mit Ausstellungen in Berlin (2007-2009). Bernd Künzig beschreibt die Werke der Künstlerin wie folgt:„Die Wellpappe zeigt sich als ein nahezu sperriger Trägergrund, auf dem sich eine durchgehende malerische Fläche nicht entfalten kann. Sie wird durch die Wellungen stets unterbrochen. Gerade dadurch kommt diese Malerei nie zu ihrem eigentlichen Ziel: Kopie von malerischen Werken zu sein. Was schließlich entsteht ist etwas Neues und Eigenes, das sich als ein vom Material der Wellungen Zermaltes darbietet.“ (4. Obergeschoss)

Iris Kaiser: Die 1954 in Renchen geborene Iris Kaiser setzt sich seit 1980 intensiv mit verschiedenen künstlerischen Arbeitsweisen und Techniken auseinander und liebt die Arbeit mit Keramik. Von 1992 bis 1994 arbeitete sie in der Werkstatt Mannheimer Puppenspiele und studierte von 1993 bis 1996 an der Freien Kunstschule Rhein-Neckar. Seither fertigt sie plastische Arbeiten, Objekte und Papierarbeiten. 2002 eröffnete Kaiser ein eigenes Atelier in Offenburg. Für die Künstlerin ist das vor mehr als zweitausend Jahren in China erfundene Papier einer der ältesten und vielfältigsten Werkstoffe. „Papier kann beschrieben und bemalt, gefaltet und geschnitten werden, es kann aufgelöst und wieder neu geformt werden und ist damit ein ideales Material für meine Objekte“, so Kaiser. (4. Obergeschoss)

Reinhard Lorenz: Nach seiner Ausbildung zum Maler mit Diplom der Meisterschule für das Deutsche Malerhandwerk in München besuchte Lorenz von 1957 bis 1958 die Akademie der Bildenden Künste München und war bis 2000 Inhaber eines Malerbetriebs. Heute lebt und arbeitet der Künstler in Achern. „Ein Bild zu beginnen, heißt für Reinhard Lorenz, ein Papier auszuwählen, den ersten Farbauftrag vorzunehmen, um dann das Bild für eine Zeit beiseite zu legen, die Farbe trocknen zu lassen, damit sich nichts mit einer nächsten Farbe vermische, und zu schauen, wie das Bild weiter zu entwickeln ist. Er verwendet diverse Techniken des Farbauftrages. Hauptthema seiner Bilder ist die Auseinandersetzung zwischen Sakralem und Profanem“, erläutert Dr. Susanne Ramm-Weber. (5. Obergeschoss)

Alban Muslija: Der 1972 in München geborene Künstler lebt und arbeitet nach seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Mikrostrukturtechnik des Forschungszentrums Karlsruhe seit 2004 als freischaffender Künstler in der nordbadischen Metropole. Seit 1995 setzt er sich intensiv autodidaktisch mit der Malerei und der jüngeren Kunstgeschichte auseinander. Vom Landschaftsmotiv ausgehend, haben sich Muslijas Gemälde zu immer freieren Bildformulierungen gewandelt. Gesehenes, Erlebtes und Gefühltes verdichten sich in Acryl zu überwiegend abstrakten Kompositionen. Das übergreifende Thema in Muslijas Werk ist das Phänomen Zeit mit seinen komplexen Erscheinungsformen. Von den historischen, mythologischen, religiösen, bis zu den erdgeschichtlichen und kosmologischen Dimensionen der Zeit spannt sich der Bogen der Zeitschichten in den Acrylgemälden. (5. Obergeschoss)