Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach

Ärztliche Leitung

Dr. Jürgen Hug
Chefarzt
Facharzt für Anästhesiologie
Curriculum Vitae

Oberärzte

Dr. Björn Rohr
Facharzt für Anästhesiologie,
Notfallmedizin

Dr. Frank Steiner
Facharzt für Anästhesiologie,
Spezielle Schmerztherapie,
Palliativmedizin, Notfallmedizin,
Akupunktur

Sekretariat
Melanie Roth
Tel. 07803 89-3801
Fax 07803 89-3802
E-Mail: anaesthesie.g@
og.ortenau-klinikum.de

Sprechzeiten

Prämedikationsambulanz  
Schmerztherapie

Terminvereinbarung über das Sekretariat,
erreichbar:
Mo–Fr 8–16 Uhr

Eigenblutspende
Terminvereinbarung über das Sekretariat der  
Orthopädischen Klinik, erreichbar:
Mo–Fr 8–16 Uhr,
Tel. 07803 89-3001

Anästhesiologie und Intensivmedizin Gengenbach

Die Klinik erbringt sämtliche stationären und ambulanten Anästhesieleistungen für alle operativen Fachdisziplinen sowie für die bei uns ambulant operierenden niedergelassenen Ärzte. Die Narkose- und Monitoringgeräte zählen zu den modernsten ihrer Art. Vier Intensivbetten mit zentralem Patientenmonitoring und Beatmung sowie fünf Überwachungsplätze im Aufwachraum werden vom Anästhesieteam mitbetreut.

Leistungsspektrum

  • Prämedikationsambulanz
  • Lokal-, Regional- und Allgemeinanästhesie
  • ambulante Schmerztherapie
  • fremdblutsparende Maßnahmen
  • postoperative Schmerztherapie
  • ambulante Schmerztherapie
  • stationäre Schmerztherapie in Zusammenarbeit mit der Orthopädischen Klinik und der Medizinischen Klinik Gengenbach (Rheumatologie)
  • operative Intensivmedizin
  • Eigenblutspende
  • Anästhesiepflege

Weitere Aufgaben

Anästhesiologische Versorgung des Ortenau Klinikums Wolfach mit den Hauptabteilungen Allgemeinchirurgie, Handchirurgie, Unfallchirurgie und der Belegabteilung Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde.

Narkosegespräch

Das Gespräch zwischen Patient und Narkosearzt findet in der Regel am Tag vor der geplanten Operation statt. Hier wird mit dem Patienten das Narkoseverfahren vor der Operation (Prämedikation: medikamentöse Narkosevorbereitung zur psychischen Dämpfung des Patienten) und während der Operation festgelegt. In diesem Gespräch wird auch auf mögliche Risiken und Nebenwirkungen der Narkose hingewiesen.
Darüber hinaus wird auch festgelegt, welches Verfahren zur Schmerzbehandlung nach der Operation eingesetzt wird (PCA, Schmerztropf, Schmerzkatheter).

Anästhesie

Die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin ist derzeit mit 9 Fachärzten besetzt, die über langjährige Erfahrungen in allen modernen Anästhesieverfahren verfügen.
Die Anästhesisten sorgen dafür, dass operative, therapeutische und diagnostische Eingriffe schmerzfrei und stressarm durchgeführt werden und sind für die Aufrechterhaltung aller lebenswichtigen Körperfunktionen während des Eingriffs und danach verantwortlich.
Durch die Einführung neuer, nebenwirkungsarmer und kurzwirksamer Schlafmittel und Narkosegase sind Narkosen heute wesentlich sicherer und besser verträglich als noch vor 20 Jahren. Dies betrifft insbesondere die früher nach Narkosen sehr häufig aufgetretene Übelkeit mit Erbrechen – heute sind Patienten im Allgemeinen nach der Operation schneller wieder fit. Auch sogenannte Hochrisikopatienten können so mit größtmöglicher Sicherheit versorgt werden.
Es kommen alle gängigen Verfahren der Regionalanästhesie und der Allgemeinanästhesie zur Anwendung unter Verwendung von Gesichtsmasken, Larynxmasken, Endotrachealtuben und moderner Narkosemedikamenten.

  • total intravenöse Anästhesie (TIVA)
  • Anästhesie mit volatilen Anästhetika (Narkosegasen)
  • Kombinationsanästhesie (Allgemeinanästhesie und Regionalanästhesie in Kathetertechnik)
  • Regionalanästhesie
  • Spinalanästhesie

Im Anschluss an eine Narkose erfolgt zunächst immer eine Verlegung in den Aufwachraum. Hier wird der Patient für weitere 1–2 Stunden überwacht und soweit erforderlich, mit Schmerzmitteln versorgt. Die Verlegung auf die Allgemeinstation erfolgt dann, wenn sämtliche wichtigen Körperfunktionen stabil sind und der Patient weitgehend schmerzfrei ist.
Nach sehr lange dauernden Eingriffen oder bei besonderen Risikofaktoren werden die Patienten direkt nach Operationsende auf die Intensivstation verlegt.

Postoperative Schmerztherapie

Viele Patienten verbinden eine bevorstehenden Operation gedanklich noch immer mit starken Schmerzen. Glücklicherweise ist diese Sorge heute unbegründet, da uns mehrere, sehr wirksame Methoden zur Schmerzbehandlung nach Operationen zur Verfügung stehen. Welches Verfahren zur Anwendung kommt, wird mit dem Patienten beim Narkosegespräch besprochen.
Die Schmerztherapie nach Operationen erfolgt im Ortenau Klinikum in Gengenbach nach einem Stufenkonzept, welches als Standard für das ganze Haus verbindlich festgelegt ist. Im Mittelpunkt dieses Stufenkonzeptes steht dabei die sogenannte patientenkontrollierte Analgesie (Schmerzlinderung), welche nach solchen Operationen zur Anwendung kommt, bei denen erfahrungsgemäß mit stärkeren Schmerzen zu rechnen ist. Bei diesem Verfahren kann der Patient sich selbst ein stark wirksames Schmerzmittel zuführen,  indem er eine Medikamentenpumpe über einen Handschalter auslöst. Somit ist jeder Patient in der Lage, sich unabhängig von einer Pflegekraft die für ihn selbst optimale Schmerzmittelmenge zuzuführen, indem er mehr oder weniger häufig die Pumpe auslöst. Dies gewährleistet eine hoch wirksame und sichere Schmerzbehandlung, bei der sowohl eine Überdosierung als auch eine Unterdosierung von Schmerzmitteln verhindert wird.
Als ein weiteres hochwirksames Verfahren zur Schmerzbehandlung wird die Blockade von Nervenbahnen durchgeführt. Am häufigsten erfolgen die Blockade der Nervenbahnen des Armes (Plexusanästhesie) für Operationen an der Hand und des Unterarms, die Blockade des N. supraskapularis für Operationen an der Schulter (Supraskapularisblockade) und die Blockade des großen Oberschenkelnerven für Eingriffe am Knie (Femoralisblockade). Es kann auch ein dünner Katheters an die Nervenbahnen gelegt werden, sodass durch wiederholtes Spritzen eines Betäubungsmittels eine Schmerzfreiheit über mehrere Tage möglich ist.

Fremdblutsparende Maßnahmen

Bei großen Operationen (z.B. Hüft- oder Knieprothesen) kann es zu größeren Blutverlusten kommen, weshalb Bluttransfusionen erforderlich sind. Eine Transfusion von Fremdblut ist heutzutage mit einer großen Sicherheit für den Patienten und einem extrem niedrigen Infektionsrisiko verbunden. Dennoch ist es unser Ziel, die Gabe von Fremdblutkonserven soweit wie möglich zu vermeiden. Zwei Methoden stehen uns dafür zur Verfügung:

Die präoperative Eigenblutspende

Bei prothetischen Operationen werden dem Patienten ca. 3–5 Wochen vor der Operation 500 ml Eigenblut entnommen und im Bedarfsfall während oder nach der Operation wieder zugeführt. Bis zum Zeitpunkt der Operation bildet der Körper das entnommene Blut wieder neu, was durch Einnahme eines Eisenpräparates unterstützt werden kann.
Eine hochwertige Qualität des Eigenblutes wird durch das gesetzlich verpflichtende Qualitätssicherungssystem gewährleistet.

Wiederaufbereitung von Blut während der Operation: Cell-Saver

Das bei einer Operation verloren gegangene Blut wird mit Hilfe eines besonderen Verfahrens gesammelt, aufgearbeitet (gewaschen und gefiltert) und während der noch laufenden Operation wieder retransfundiert.

Intensivmedizin

  • interdisziplinär geführte Intensivstation mit 4 Betten (davon ein Beatmungsplatz mit modernstem Beatmungsgerät)
  • zentrales Monitoring aller lebenswichtigen Körperfunktionen
  • enge Kooperation mit dem Ortenau Klinikum in Offenburg
  • Pflege durch überwiegend intensivmedizinisch weitergebildete Pflegekräfte
  • Überwachung und Therapie von Patienten nach großen Operationen und von internistischen Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall)

Ambulante Schmerztherapie

Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Orthopädischen Klinik (Chefarzt Dr.  Bruno Schweigert) und mit dem internistischen Rheumatologen Dr. Arnd Becker (Oberarzt der Medizinischen Klinik Gengenbach) sowie mit dem Schmerzzentrum Ortenau in Ettenheim.
Gesetzlich versicherte Patienten können im vorstationären Rahmen behandelt werden. Patienten mit einer privaten Krankenversicherung können sich direkt vorstellen, bei BG-Patienten ist eine Überweisung eines entsprechend zugelassenen Arztes erforderlich.

Versorgungsschwerpunkte

  • CRPS (komplexes regionales Schmerzsyndrom, Morbus Sudeck)
  • Schulter-Arm-Syndrom
  • Unklare Schmerzzustände nach Operationen (z.B. nach Leistenbruchoperationen, nach Operationen an den Extremitäten)
  • Kopf- und Gesichtsschmerzen (z.B. Migräne, Spannungskopfschmerzen, Trigeminusneuralgie, Herpes Zoster im Gesicht)
  • Phantomschmerzen
  • Einleitung bzw. Anpassung einer Schmerzbehandlung bei Tumorerkrankungen (u.a. mit stark wirksamen Opioiden (Morphin) und weiteren Begleitmedikamenten)

Schmerztherapeutische Verfahren und Angebote

  • Interdisziplinäre Diagnostik bei chronischen Schmerzerkrankungen
  • Sympathikusblockaden
  • Nervenblockaden
  • Akupunktur
  • Therapeutische Lokalanästhesie, Triggerpunkttherapie
  • TENS (transcutane elektrische Nervenstimmulation)
  • Medikamentöse Schmerztherapie nach dem WHO-Stufenschema
  • Im Bedarfsfall Einleitung einer stationären Schmerztherapie (je nach Krankheitsbild in der Stadtklinik Gengenbach oder in einer geeigneten Schmerzklinik bzw. Rehabilitationsklinik)
  • Beratung und Hilfe bei sozialen und beruflichen Auswirkungen der chronischen Schmerzerkrankung durch Sozialarbeiter

Stationäre Schmerztherapie

Die stationäre Behandlung von Schmerzpatienten im Ortenau Klinikum in Gengenbach erfolgt in enger Zusammenarbeit  mit der Orthopädischen Klinik und der internistischen Rheumatologie.
Bei den folgenden aufgeführten Erkrankungen kann beispielsweise eine stationäre Schmerztherapie sinnvoll sein:

  • Akutintervention bei ambulant nicht mehr beherrschbaren Schmerzen bei degenerativen Erkrankungen am Bewegungsapparat (z.B. fortgeschrittene Osteoporose).
    Nach Durchführung einer interdisziplinären Diagnostik, welche auch psychosomatische Faktoren berücksichtigt, erfolgt die Einleitung geeigneter Therapiemaßnahmen.
    Welche Art der Behandlung für den einzelnen Patienten in Frage kommt, wird gemeinsam mit Orthopäden, Schmerztherapeuten, Rheumatologen, Psychosomatik und Physiotherapeuten festgelegt und mit dem Patienten besprochen.
    Im Bedarfsfall wird eine Weiterbehandlung in einer spezialisierten Schmerzklinik oder Rehabilitationsklinik empfohlen und ggf. in die Wege geleitet.
  • Eine rheumatologische Komplextherapie erfolgt auf der internistischen Station.
  • Patienten mit CRPS (komplexes regionales Schmerzsyndrom), auch Morbus Sudeck genannt.
    Bei schweren Verlaufsfällen erfolgt eine Kombination aus einer medikamentösen Behandlung und einer kontinuierlichen Blockade der betreffenden Nervenbahnen durch einen dünnen Schmerzkatheter. Ergänzend können Injektionen an das vegetative Nervensystem (u.a. Stellatumblockade) hilfreich sein.
  • Einleitung einer Schmerztherapie mit stark wirksamen Opioiden (Morphin) und weiteren Begleitmedikamenten bei Patienten mit fortgeschrittenem Alter bzw. schwerwiegenden Begleiterkrankungen.