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Ortenau Klinikum: Personalausstattung in der Pflege besser als Bundesdurchschnitt

Mit einem Mix aus verschiedenen Projekten und Maßnahmen geht der Klinikverbund gegen den bundesweiten Fachkräftemangel in der Pflege an

Die Krankenhäuser in Deutschland suchen dringend Pflegekräfte. Rund 30.000 Stellen in der Pflege sind an deutschen Kliniken derzeit nicht besetzt. Der bundesweite Fachkräftemangel macht sich auch am Ortenau Klinikum bemerkbar. Offene Stellen zu besetzen wird im pflegerischen, aber auch im ärztlichen Bereich, immer schwieriger. Die Corona-Pandemie hat diese Situation noch verschärft, da das Klinikpersonal insbesondere in der Pflege sehr starken Belastungen ausgesetzt ist.

In dieser schwierigen Situation kann das Ortenau Klinikum dennoch im bundesweiten Vergleich auf eine deutlich bessere Personalausstattung verweisen als viele andere Kliniken in Deutschland. „Wir haben nicht erst in den vergangenen Monaten viele Projekte und Maßnahmen aufgelegt, um die Auswirkungen des Fachkräftemangels auf unseren Klinikverbund abzufedern. Vor allem auch die große und regelmäßig steigende Zahl an Ausbildungsplätzen an der Akademie für Pflege und Gesundheit Ortenau gGmbH sichert dem Ortenau Klinikum einen steten Zugang junger Fachkräfte. Unsere Maßnahmen wirken“, betont der Leitende Pflegedirektor Rick Pieger.

Mehr Pflegepersonal als im Bundesdurchschnitt

Ein Beleg für die im Vergleich zu anderen Krankenhäusern in Deutschland gute Personalausstattung am Ortenau Klinikum ist der sogenannte Pflegepersonalquotient (PPQ). Er wird seit 2020 durch das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK), dem als Gesellschafter die Selbstverwaltungspartner im Gesundheitswesen wie beispielsweise die Deutsche Krankenhausgesellschaft, die Spitzenverbände der Krankenkassen und der Verband der Privaten Krankenversicherung angehören, jährlich für jede Klinik in Deutschland ermittelt. Der Pflegepersonalquotient soll für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit bei der Qualität der Patientenversorgung sorgen. Der Wert beschreibt das Verhältnis der Anzahl der Vollzeitkräfte in der unmittelbaren Patientenversorgung auf bettenführenden Stationen zu dem Pflegeaufwand eines Krankenhauses. Je weiter der Wert eines Krankenhauses unter dem Durchschnittswert in Deutschland liegt, desto mehr Personal steht in einem Haus zur Verfügung.

Als Durchschnittswert für das Jahr 2019 hat das InEK für alle Kliniken in Deutschland einen PPQ von 68,01 ermittelt. Die drei größeren Häuser des Ortenau Klinikums liegen mit Werten zwischen 68,82 bis 66,77 bei der Personalausstattung im Bundesdurchschnitt. Mit Werten von 63,82 bis 48,99 weisen die drei kleineren Häuser dagegen eine deutlich höhere Personalausstattung im Vergleich zum Bundesdurchschnitt auf. „Insgesamt liegt beim Ortenau Klinikum verbundweit die Zahl der Pflegekräfte nach Berechnungen des InEK also über dem Durchschnitt der Krankenhäuser in Deutschland“, so Pieger.

Fluktuation unter Bundesdurchschnitt

Einen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt günstigen Wert kann das Ortenau Klinikum auch bei der Fluktuation der Pflegekräfte verzeichnen. „Sie ist im Gesundheitsbereich allgemein besonders hoch“, so Pieger. „Der Fachkräftemangel trägt ebenfalls zu einer steigenden Fluktuation bei, da Krankenhäuser sich die Pflegekräfte mittlerweile gegenseitig abwerben.“ Dennoch liege das Ortenau Klinikum nach Erhebungen des Klinikverbundes CLINOTEL bei der Fluktuation der Pflegekräfte im Jahr 2020 mit 6,53 Prozent deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 8,5 Prozent. „Das Ortenau Klinikum verlassen also weniger Pflegekräfte als dies in deutschen Kliniken durchschnittlich der Fall ist. Neben Austritten von Personal haben wir natürlich auch ständig Zugänge neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unsere Pflegeteams“, so Pieger.

Als ein weiterer objektiver Anzeiger für die Qualität der Pflege kann darüber hinaus der Anteil der vollexaminierten Pflegekräfte an der Gesamtzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege gelten. Im Jahr 2019 lag sie auf den bettenführenden Stationen in allen Häusern des Ortenau Klinikums bei 92,58 Prozent. „Unsere Pflegekräfte haben eine sehr hohe Qualifikation und arbeiten hochprofessionell. Unsere Examiniertenquote ist deutlich höher als in vielen anderen Häusern“, unterstreicht der Leitende Pflegedirektor.

Hoher Wert der Ausbildung

Ein Grund für die hohe Qualifikation der Pflegekräfte ist das große Augenmerk, dass das Ortenau Klinikum der Ausbildung neuer Pflegekräfte widmet. Rund 140 Ausbildungsplätze stehen pro Jahr zur Verfügung. „Diese schon jetzt beachtliche Ausbildungskapazität wollen wir in den nächsten Jahren auf rund 300 Ausbildungsplätze ausbauen“, so Pieger. Geplant sei darüber hinaus auch ausländische Schulabsolventen für eine Ausbildung in der Pflege an der klinikeigenen Akademie für Pflege und Gesundheit Ortenau gGmbH zu gewinnen.

Zur Sicherstellung einer ausreichenden Zahl an Pflegkräften hat das Ortenau Klinikum zudem seit Jahren zahlreiche Maßnahmen getroffen. So konnte das Ortenau Klinikum in den vergangenen Jahren wiederholt Pflegekräfte aus dem Ausland für eine Beschäftigung weiterbilden und einstellen. Auch für die nächsten zwei Jahre ist geplant, gut 100 weitere Pflegekräfte aus dem Ausland anzuwerben.

Darüber hinaus ist der Klinikverbund sehr aktiv im Bereich des Personal-Marketings. So konnten mit Hilfe einer Ausbildungsoffensive unter Beteiligung der aktuellen Auszubildenden alle Ausbildungsplätze für 2020 besetzt werden, obwohl coronabedingt die direkte Ansprache von Bewerbern etwa in Schulen oder auf Job-Börsen nicht möglich war. „Mit weiteren Kampagnen wird sowohl die Arbeit unserer Pflegekräfte ins Bewusstsein der Gesellschaft gerückt, als auch potentielle Bewerberinnen und Bewerber und Schulabsolventen angesprochen werden, um sie für eine Ausbildung oder eine Arbeit in den Pflegeteams am Ortenau Klinikum zu gewinnen“, betont Pieger.

Arbeiten mit Flexpools

Ein weiteres Beispiel für erfolgreiche Maßnahmen: „Um das Einspringen der Stammmitarbeiter unserer Stationen aus dem Frei weiter zu minimieren, wird das Ortenau Klinikum an allen Standorten sogenannte Flexpools einrichten, in Offenburg ist das bereits geschehen“, berichtet der leitende Pflegedirektor. Darin arbeiten Pflegekräfte, die bereit sind, sehr flexibel immer dort eingesetzt zu werden, wo Pflegekräfte beispielsweise krankheits- oder fortbildungsbedingt, aber auch durch Beschäftigungsverbote bei Schwangerschaft gerade fehlen. Dadurch werden Pflegekräfte auf den Stationen entlastet, weil sie nicht selbst für Kolleginnen und Kollegen einspringen müssen. Zugleich haben Mitglieder der Flexpools die Möglichkeit, Beruf, Familie und Freizeit besser zu vereinen, da verlässliche Dienstpläne als auch verschiedene Schichtkombinationen und Schichtzeiten Rücksicht auf persönliche Wünsche bei der Arbeitszeitgestaltung nehmen. Zusätzlich gibt es monetäre Anreize.

„Viele weitere Maßnahmen tragen dazu bei, dass das Ortenau Klinikum den Fachkräftemangel in der Pflege weniger deutlich spürt als andere Krankenhäuser in Deutschland. Unser Ortenau Klinikum ist bei der Personalausstattung, der Fluktuation und der Qualifikation unserer Pflegekräfte und auch für die Zukunft durch unsere Akademie für Pflege und Gesundheit Ortenau im Vergleich gut aufgestellt“, resümiert der Leitende Pflegedirektor.

Unabhängig von diesen guten Zahlen und Entwicklungen im Ortenau Klinikum sei allerdings die Stimmung in der Pflege in Deutschland so schlecht wie nie zuvor, stellt der Leitende Pflegedirektor fest. „Die Gründe sind vielfältig. Zunächst einmal liegt es sicher daran, dass die Pflege in der Corona-Pandemie in der Patientenversorgung die Hauptlast trägt und seit über einem Jahr im Dauerstress ist.“ Darüber hinaus trage das notwendige Corona-Krisenmanagement wie beispielsweise schnelle Änderungen und Anpassungen von Abläufen und Organisation, die vorübergehende Schließung und andererseits die Erweiterung von Stationen und die dadurch notwendigen Personalverschiebungen nicht zu besserer Laune bei. Schließlich wertet Pieger die Versprechungen der Politik zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Entlohnung der Pflegekräfte als sehr schwerwiegend. „Außer einem kurzen Klatschen in der ersten Welle ist aktuell nicht viel übriggeblieben. Die Pflegenden befürchten nicht ganz ohne Grund, dass ab Herbst wieder zur Tagesordnung übergegangen wird“, so der Leitende Pflegedirektor.

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