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Kreistag gibt grünes Licht für umfassende bauliche Sanierung und Modernisierung des Ortenau Klinikums in Lahr

Minister für Soziales und Integration Manne Lucha (MdL) sagt eine Förderung von 60 Prozent der Gesamtkosten (99,9 % der förderfähigen Kosten) der Agenda 2030 des Ortenau Klinikums zu.

Mit einer umfassenden Sanierung und teilweisen Erweiterung wird das Ortenau Klinikum in Lahr in den kommenden Jahren ganz neu aufgestellt. Die Modernisierung des Hauses wird die qualitativ hochwertige Patientenversorgung auch über das Jahr 2030 hinaus sichern. Nach einer Grundsatzentscheidung zur baulichen Sanierung des Hauses im Rahmen der Agenda 2030 im Juli 2018 hat der Kreistag des Ortenaukreises heute einstimmig einem detaillierten Sanierungskonzept zugestimmt. In das Ortenau Klinikum in Lahr werden damit in den kommenden Jahren rund 183 Millionen Euro an Investitionen fließen. Voraussichtlich bis 2033 soll der dritte und letzte Bauabschnitt der Neugestaltung der Klinik mit dann 430 Betten abgeschlossen sein.

Landrat Frank Scherer begrüßte nach der Sitzung die Entscheidung der Kreistagsmitglieder: „Ich freue mich, dass die große Lösung zum Zuge kommt und in Lahr praktisch ein ganz neues Krankenhaus entsteht. Die Entscheidung zeigt, dass wir auch in Lahr im Rahmen der Agenda 2030 optimale Klinikstrukturen schaffen und eine erstklassige Krankenhausversorgung für die Menschen über das Jahr 2030 hinaus sichern.“

Markus Ibert, Oberbürgermeister der Stadt Lahr, sagte nach der Entscheidung:

"Das ist ein äußerst wichtiger Schritt in die Zukunft des Klinikums Lahr! Wir brauchen dieses gesamte Investitionspaket für unsere Stadt, damit die Kliniklandschaft in der Ortenau in einem medizinisch guten Gleichgewicht auf höchstem Niveau fortgeführt werden kann. Die Entscheidung des Kreistags gibt den Startschuss für ein langfristig angelegtes Baukonzept, das Lahrer Klinikum am vorhandenen Standort als Haus der Maximalversorgung weiterzuentwickeln. Nun geht es darum, die Planungen schnellstmöglich aufs Gleis zu setzen und ohne Verzögerungen zur Umsetzung zu bringen. Das angestoßene Investitionspaket von 183 Mio Euro ist ein starkes Zeichen des Kreistags für das Lahrer Klinikum insgesamt, aber auch für die medizinische Versorgung der Menschen in der südlichen Ortenau. Nicht zuletzt wird ein sehr wichtiges Signal an die Beschäftigten des Klinikums gesendet! Ich sage Landrat Frank Scherer und Geschäftsführer Christian Keller herzlichen Dank, dass sie sich sehr für diese Entscheidung eingesetzt und sie vorbereitet haben. Meine Anerkennung und mein Dank gelten ebenso den Mitgliedern des Kreistags für dieses positive Bekenntnis zum Klinikstandort Lahr als einem Haus der Maximalversorgung. Die Stadt Lahr wird Maßnahmen zur bestmöglichen verkehrlichen Anbindung des Klinikums unterstützen."

Der Kreistag stimmte für eine Planung, die in mehreren Sitzungen des Ausschusses für Gesundheit und Kliniken mit einem beauftragten Planungsbüro abgestimmt worden war. Das Gremium entschied sich aus mehreren Varianten für eine umfassende abschnittsweise Gesamtsanierung, die eine Ertüchtigung aller Bereiche sowie eine weitgehende Neustrukturierung des Hauses vorsieht. Zentrales Prinzip des Planungskonzeptes ist die Konzentration und Nachverdichtung aller Klinikfunktionen um ein erweitertes Bettenhaus West, dass in der Mitte des Gebäudekomplexes als Hauptverkehrsknoten dient. Die Wege in der Klinik sollen so verkürzt und die Abläufe vereinfacht werden.

Das bauliche Sanierungskonzept sieht neben der teilweisen Ertüchtigung wie auch dem Abriss von Gebäudeteilen im Wesentlichen den Neubau von drei Gebäuden vor. Zum einen wird ein neuer, Funktionsbau Süd errichtet. Anschließend entsteht ein neues, achtgeschossiges Bettenhaus Nord. Schließlich wird das bestehende Bettenhauses West um einen weiteren Gebäudeteil über alle Ebenen hinaus ergänzt. Das Konzept sieht zudem Flächen als Potenzial für eventuell spätere bauliche Erweiterungen auf dem Klinikareal vor.

Die drei Schwerpunktbereiche bestimmen auch wesentlich den Ablauf der Bauarbeiten. Sie werden in eine sogenannte Vorabmaßnahme und drei Bauabschnitte unterteilt:

Vorabmaßnahme

Die Vorabmaßnahme beinhaltet insbesondere die Aufstockung des Bettenhauses Süd und der Bettenaufbereitung sowie Umzüge innerhalb des Hauses. Zudem ist der Abbruch des derzeitigen Südbau geplant. 

Bauabschnitt 1

In diesem Bauabschnitt sind der Neubau des Funktionsbaus Süd sowie die Sanierung des Bettenhauses Ost vorgesehen. 

Bauabschnitt 2

Dieser Bauabschnitt sieht vor allem den Abbruch des bestehenden Funktionsbaus Nord sowie den Neubau des Bettenhauses Nord vor. 

Bauabschnitt 3

Hauptbestandteil dieses Bauabschnitts ist die Sanierung und Erweiterung des Bettenhauses West. Außerdem wird das bestehende Café verlagert und der Vorplatz erneuert. 

Insgesamt sieht die Sanierungsplanung die Errichtung von rund 30.000 m2 Neubaufläche (39 %) vor. Rund 25.000 m2 werden im Bestand umgebaut (34%). Rund 20.000 m2 Fläche bleiben unverändert (27%). Eine erste Grobkostenschätzung der Planer geht von einer Investition von rund 183 Millionen Euro aus. 

In der gleichen Sitzung setzte der Kreistag eine Baukommission mit Vertretern des Kreistages, der Stadt Lahr und des Ortenau Klinikums ein, die die umfangreiche Gesamtsanierung fachlich begleiten wird. Zudem wird das Ortenau Klinikum demnächst ein Suchverfahren für die Auswahl der Planungsleistungen beginnen.

Notaufnahme

Bereits vor Beginn der Arbeiten für die Gesamtsanierung des Ortenau Klinikums in Lahr wird in der Klinik eine Notaufnahme eingerichtet. Mit dem Umbau und der Einrichtung für rund 4,5 Millionen Euro wurde in 2018 begonnen. Diese sogenannte provisorische interdisziplinäre Notaufnahme (PINA) wird voraussichtlich im Februar 2021 fertiggestellt sein.

Die Planungen werden im weiteren Verlauf mit dem Ministerium für Soziales und Integration vertiefend abgestimmt.