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Rettungskräfte und Notärzte treffen sich zum grenzüberschreitenden Erfahrungsaustausch

Am Ortenau Klinikum in Kehl fand das elfte deutsch-französische Rettungsdienstsymposium statt

Die Organisatoren des deutsch-französischen Rettungsdienstsymposiums: (v.l.n.r.) Dr. Nora Oulehri und Dr. Anne Weiss vom SAMU 67, Dr. Wim Skibba und Dr. Rolf Ermerling vom Ortenau Klinikum in Kehl, Anne Dussap, Projektleiterin für grenzüberschreitende Gesundheitsprojekte der Oberrheinkonferenz (TRISAN) und Dr. Dominique Mastelli von der Uniklinik Straßburg. © Ortenau Klinikum

Kehl, 29. Mai 2019 – Wie arbeiten die Rettungskräfte und Notärzte im jeweiligen Nachbarland und wie kann die Zusammenarbeit weiter verbessert werden? Mit diesen Fragen haben sich rund 40 Rettungskräfte und Notärzte aus dem Elsass und der Ortenau am vergangenen Samstag (25. Mai 2019) im Ortenau Klinikum in Kehl bei einem deutsch-französischen Rettungsdienstsymposium beschäftigt. Im Mittelpunkt der jährlich stattfindenden Veranstaltung stand auch in diesem Jahr ein ausführlicher Informations- und Erfahrungsaustausch.

Eingeladen zu dem bereits elften Treffen dieser Art hatten Chefarzt Dr. Rolf Ermerling und Oberarzt Dr. Wim Skibba vom Ortenau Klinikum in Kehl, beide Notfallmediziner und engagiert im DRK Rettungsdienst Ortenau, Dr. Anne Weiss, Leiterin des Rettungsdienstes im Departement Bas-Rhin (SAMU 67) sowie Anne Dussap, Projektleiterin für grenzüberschreitende Gesundheitsprojekte der Oberrheinkonferenz (TRISAN). 

In seinem Grußwort an die Teilnehmer betonte Oberbürgermeister Toni Vetrano, dass eine enge, grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Rettungsdienste im Grenzraum Straßburg/Kehl besonders wichtig und eine „Bereicherung für das Gemeinwesen“ sei. Schwerpunkte des diesjährigen Symposiums waren zwei Berichte über den Einsatz der Rettungskräfte im Zusammenhang mit dem am 11. Dezember des vergangenen Jahres in Straßburg verübten Terroranschlag. Dr. Nora Oulehri vom SAMU 67 schilderte das Ereignis aus der Sicht der Rettungsleitstelle wie auch aus persönlicher Perspektive bei der Versorgung von Verletzten in der Innenstadt von Straßburg. In kürzester Zeit habe die Leitstelle des SAMU 67 rund 90 Ärzte und 300 Kräfte des Rettungsdienstes mobilisieren und so alle Betroffenen sehr schnell und professionell versorgen können. Die Erfahrungen aus dem Einsatz würden derzeit aufgearbeitet, um sie für die künftige Arbeit der Rettungskräfte zu nutzen, so die Notärztin.

Über die psychologische Betreuung von Betroffenen, Angehörigen oder Augenzeugen, darunter auch zahlreiche deutsche Straßburg-Besucher, berichtete Dr. Dominique Mastelli. Der Psychologe der Uniklinik Straßburg leitet eine entsprechende notfallpsychologische Einheit des SAMU 67. Unmittelbar nach dem Anschlag wie auch in den folgenden Tagen und Wochen seien insgesamt 1.200 Personen psychologisch betreut worden. Gerade in diesem Bereich sei es besonders wichtig, über Einsatzkräfte mit Sprachkenntnissen des jeweiligen Nachbarlandes zu verfügen, und mit Einrichtungen im Nachbarland kooperieren zu können. Psychische Belastungen und Beschwerden würden zumeist nicht unmittelbar nach dem Ereignis, sondern erst mit zeitlicher Verzögerung auftreten, erläuterte Dr. Mastelli.

In einem weiteren Themenschwerpunkt richteten die Teilnehmer ihren Blick auf eine Nachbarregion im Norden. Vertreter aus der Region Wissembourg/ Bad Bergzabern stellten die Organisation des dortigen grenzüberschreitenden Rettungsdienstes vor. Einen aktuellen Überblick über den Stand der grenzüberschreitenden Gesundheitsprojekte am Oberrhein gab anschließend Anne Dussap vom trinationalen Kompetenzzentrum für Gesundheitsprojekte. Zum Abschluss der Veranstaltung stellte Dr. Rolf Ermerling den Teilnehmern die im Rahmen der Agenda 2030 beabsichtigten Strukturveränderungen der Kliniklandschaft in der Ortenau vor und zeigte Möglichkeiten auf, wie die künftige grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Rettungsdienste weiterentwickelt werden kann.