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Keller: „Klinikreform Agenda 2030 macht Ortenau Klinikum fit für die Zukunft“

Ortenau Klinikum-Geschäftsführer informiert niedergelassene Ärzte über Zielsetzung und Stand der Umsetzung der Agenda 2030

(v.l.n.r.) Ulrich Geiger, Vorsitzende der Kreisärzteschaft und Arzt für Allgemeinmedizin, Chefarzt Dr. Reinhard Groh, Ansprechpartner für die Kreisärzteschaft im Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl, und Ortenau Klinikum-Geschäftsführer Christian Keller.

Krankenhäuser und Kliniken müssen sich in den kommenden Jahren auf höhere Anforderungen an die Qualität ihrer stationären Gesundheitsleistungen einstellen. Darauf hat Ortenau Klinikum-Geschäftsführer Christian Keller bei einer Informationsveranstaltung hingewiesen, zu der der Vorsitzende der Kreisärzteschaft und Arzt für Allgemeinmedizin, Ulrich Geiger, niedergelassene Ärzte aus der Ortenau am Mittwoch nach Offenburg eingeladen hatte.

„Um die qualitativ hochwertige stationäre Gesundheitsversorgung für die Menschen in der Ortenau auch in Zukunft zu sichern und weiter auszubauen, muss das Ortenau Klinikum vor dem Hintergrund steigender Qualitätsanforderungen durch den Gesetzgeber und medizinische Fachgesellschaften seine Strukturen optimieren“, betonte Keller. Zudem müsse sich das Ortenau Klinikum noch stärker als attraktiver Arbeitgeber mit modernen Arbeitsplätzen sowie guten Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten positionieren, um auch weiterhin qualifizierte Fachkräfte im ärztlichen und pflegerischen Bereich gewinnen zu können. „Mit der vom Kreistag beschlossenen Agenda 2030 sind wir auf dem richtigen Weg. Jetzt gilt es, diese Zukunftsplanung zügig umzusetzen“, betonte der Geschäftsführer des Klinikverbundes.

Als Beispiel für höhere Anforderungen nannte Keller die zunehmende Einführung sogenannter Mindestmengen. Danach dürfen Kliniken bestimmte Krankheitsbilder nur noch behandeln, wenn eine festgelegte Anzahl von Behandlungen pro Jahr erreicht wird. In Studien sei belegt, dass der Erfolg einer Behandlung höher ist, wenn die Klinik eine gewisse Mindestmenge an Behandlungen erfüllt. Eine Untersuchung der AOK zeige, dass nicht nur Mediziner Mindestmengen für sinnvoll halten, sondern auch 94 Prozent der befragten Bürger eine Klinik vorziehen, die Mindestmengen erreicht. 75 Prozent der Befragten würden dafür auch eine längere Anfahrt in Kauf nehmen, denn viele dieser Anforderungen könnten nur in größeren Kliniken erreicht werden, berichtete Keller.

„Ein weiterer Ausbau der medizinischen Qualität der Gesundheitsversorgung der Menschen ist deshalb auch die vorrangige Zielsetzung unserer Agenda 2030“, so Keller. Verbesserte Klinikstrukturen sollen dazu dienen, mehr interdisziplinäre Zusammenarbeit der Mediziner in Zentren zu ermöglichen, Spezialisierung zu fördern und das Leistungsangebot einzelner Häuser zu erweitern.

Ausführlich ging Keller in seinem Vortrag auf die baulichen Planungen der zwei Klinikneubauten in Achern und Offenburg sowie der umfangreichen Sanierungen in Lahr ein. Zunächst habe der Klinikverbund die künftigen Schwerpunkte und Strukturen in Abstimmung mit den Häusern ermittelt und dann ein Grobflächenraumprogramm erstellt. Dieses ist Grundlage für die Ermittlung der notwendigen Investitionen. Nach einer aktuellen Kostenermittlung liege der Investitionsbedarf für den klinischen Bereich bei rund 720 Millionen Euro, so Keller. Kreis und Klinikverbund gehen von aus, dass das Land rund die Hälfte der Kosten durch Fördergelder finanziert. Darüber hinaus sind für Nebengebäude wie Parkhäuser, Schwesternwohnheime und Pflegeschulen weitere Investitionen notwendig. Diese Einrichtungen müssten jedoch nicht in Eigenregie gebaut und betrieben werden, betonte Keller. Insgesamt liege das Ortenau Klinikum mit den Planungen für die Neubauten, die voraussichtlich im Jahr 2030 den Betrieb aufnehmen werden, im Zeitplan.

Für den Vorsitzenden der Kreisärzteschaft, Ulrich Geiger, steht die Notwendigkeit neuer Strukturen in der Kliniklandschaft der Ortenau außer Frage: „In Zeiten von Personalknappheit einerseits und der erforderlichen medizinischen Versorgung auf hohem Niveau andererseits, macht die Zersplitterung an acht Standorten, wie sie derzeit noch ist, auf Dauer keinen Sinn.“ Außerdem sei das Platzproblem, zum Beispiel in den Notaufnahmen, offensichtlich. „Wenn wir jetzt gut und umsichtig planen und bauen, haben wir auch in zehn Jahren gute oder bessere Bedingungen für unsere Arbeit und unsere Patienten“, so der Allgemeinmediziner aus Offenburg.

In dem sich anschließenden Gespräch sprachen die rund 40 Teilnehmer insbesondere medizinische Fragestellungen zur Gesundheitsversorgung in der Ortenau an. Schwerpunkte der Diskussion waren beispielsweise die Versorgung der Patienten im Bereich der Geriatrie sowie der Notfallmedizin.

Weitere Informationen zur Agenda 2030 im Internet unter: www.agenda2030-ortenau-klinikum.de.

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