Gut betreut vor und nach der Operation

Gut betreut vor und nach der Operation

Fachklinik für Orthopädie mit Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung am Ortenau Klinikum in Kehl führt ein neues Konzept ein: den Pfad der raschen Genesung

Kehl, 16. September 2022 – Patienten nach dem Einsetzen eines künstlichen Gelenkes möglichst früh wieder auf die Beine zu bringen - das ist das Ziel des jetzt in der Fachklinik für Orthopädie am Ortenau Klinikum in Kehl eingerichteten Pfades der raschen Genesung. Das Konzept ermöglicht Patienten nach der Operation möglichst früh ihre Mobilität und Eigenständigkeit zurückzugewinnen. „Untersuchungen haben gezeigt, dass eine frühe Mobilisierung schon vier bis sechs Stunden nach dem Eingriff die Heilung beschleunigt und der Patient schneller das Krankenhaus verlassen und mit der Rehabilitation beginnen kann", beschreibt Chefarzt Dr. Bruno Schweigert das neue Konzept der Fachklinik, die auch als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung zertifiziert ist.

Das Konzept begleitet den Patienten über den ganzen Behandlungsverlauf hinweg. Dabei gestaltet die Fachklinik die Patientenversorgung vom ersten Kontakt bis zur Entlassung so gesundheitsfördernd wie möglich. So lernen Patienten in Gesprächen und durch ausführliche Informationsmaterialien schon vor der Operation die medizinischen Hintergründe kennen und erfahren, was sie selbst zur Genesung beitragen können. "Das reduziert bei den Patienten die Ängste vor dem Eingriff und dem Krankenhausaufenthalt", berichtet Dr. Bruno Schweigert.

Mit dem Pfad der raschen Genesung sind die einzelnen Behandlungsschritte eng aufeinander abgestimmt: So nimmt die Fachklinik für Orthopädie am Ortenau Klinikum in Kehl Patienten gut informiert und vorbereitet erst am Tag der Operation stationär auf. Das Einsetzen des Gelenkersatzes erfolgt besonders muskel- und weichteilschonend. Ausgewählte Narkoseverfahren und ein abgestimmtes Schmerzmanagement ermöglichen es, Patienten bereits am Operationstag zu mobilisieren. Ein gezieltes physiotherapeutisches Übungsprogramm nach der Operation und der schnelle Übergang in die Reha runden das Konzept ab.

Hintergrund dieses neuen Patientenprogrammes ist das wissenschaftlich anerkannte ERAS-Konzept (Enhanced Recovery after Surgery), das in vielen europäischen Ländern bereits zum Standard-OP-Prozedere in der Orthopädie gehört. Die sogenannten "evidenzbasierten Behandlungskonzepte" für eine rasche Genesung sind durch viele Studien belegt und werden vorrangig durch eine Kombination klinischer und organisatorischer Verbesserungen erreicht, die die Ärzte- und Pflegeteams sowie alle interdisziplinär beteiligten Abteilungen des Ortenau Klinikums in Kehl in den vergangenen Monaten erarbeitet haben. Standardisierte Behandlungsschritte in der Vorbereitung, während der Operation und in der stationären Nachbehandlung fördern den Heilungsprozess, so dass der Patient wieder früher mobil und selbständig wird. Dies kann zu einem kürzeren Krankenhausaufenthalt führen, die Gefahr von Komplikationen reduzieren und vereint damit medizinischen Fortschnitt und gesundheitsökonomische Vorteile.

Die Fachklinik für Orthopädie am Ortenau Klinikum in Kehl hat den Pfad der raschen Genesung gemeinsam mit dem Unternehmen B. Braun eingeführt und dafür am Donnerstag (15. September 2022) das Zertifikat "EndoPro - Pfad der raschen Genesung" erhalten. Silvia Beier, Projektleiterin bei B. Braun, und Reiner Schwarz, Vertriebsbeauftragter für die Region, übergaben das Zertifikat an Chefarzt Dr. Bruno Schweigert und Dr. Alexander Graf. Er wird ab November die Nachfolge des aktuellen Chefarztes antreten und die Leitung der Abteilung Orthopädie der Betriebsstelle Kehl im Rahmen des Departments „Unfallmedizin und Orthopädie“ am Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl umbernehmen. Kliniken mit diesem Siegel haben ein strukturiertes Projekt durchlaufen und ihre Prozesse nach dem mit wissenschaftlichen Studien belegten Konzept angepasst. Nach Einführung werden die Prozesse regelmäßig überprüft und im funktionsübergreifenden Team optimiert.

In der Fachklinik für Orthopädie mit Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung am Ortenau Klinikum in Kehl werden von den hochqualifizierten Ärzte- und Pflegeteams pro Jahr weit mehr als 1.000 Eingriffe an Knie, Schultern, Ellbogen und an den Sprunggelenken durchgeführt. Rund 850 Prothesen werden pro Jahr eingesetzt – davon rund 400 am Knie, weitere rund 400 Hüftgelenksprothesen sowie 50 an anderen Gelenken, wie zum Beispiel am Schultergelenk. Auch zur Revision von Prothesen kommen Menschen aus ganz Baden-Württemberg in die Fachklinik nach Kehl. In der Endoprothetik stehen 50 Erwachsenen- sowie zehn Kinderbetten bereit. Die Fachklinik bietet alle gängigen und wissenschaftlich fundierten konservativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten an: von minimal-invasiven, arthroskopischen Verfahren, der besonders schonenden Schlüsselloch-Chirurgie, bis hin zu wiederherstellenden Gelenkersatzoperationen.

Die Versorgung mit Endoprothesen ist ein weltweit verbreitetes chirurgisches Behandlungsverfahren. Durch den endoprothetischen Ersatz von geschädigten Gelenken sollen Schmerzfreiheit, ein Mobilitätsgewinn und die Verbesserung der Lebensqualität betroffener Patienten erreicht werden. Bei Frakturen insbesondere im Bereich des Hüftgelenkes geht es vor allem um die rasche Wiederherstellung der Geh- und Belastungsfähigkeit der Patienten.

Weitere Informationen zum Pfad der raschen Genesung finden sich unter: www.bbraun.de/patientenendopro

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Chefarzt Dr. Bruno Schweigert ( 2. von links) und Dr. Alexander Graf (3. von links) nehmen das Zertifikat von Silvia Beier und Reiner Schwarz entgegen.
Freuen sich über die erfolgreiche Einführung des Konzepts ERAS - Pfad der raschen Genesung an der Fachklinik für Orthopädie am Ortenau Klinikum in Kehl: Chefarzt Dr. Bruno Schweigert ( 2. von links) und Dr. Alexander Graf (3. von links) nehmen das Zertifikat von Silvia Beier und Reiner Schwarz entgegen. Bild: Ortenau Klinikum/ Christian Eggersglüß

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