Ortenau Klinikum unterstützt Kampagne „Alarmstufe Rot: Krankenhäuser in Gefahr“

Ortenau Klinikum unterstützt Kampagne „Alarmstufe Rot: Krankenhäuser in Gefahr“

Kliniken fordern Inflationsausgleich und rasche Reform der Krankenhausversorgung sowie des Finanzierungssystems

Seit über zwei Jahren haben die Kliniken in Deutschland mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Jetzt kommen massiven Preissteigerungen für Energie, Medizinprodukte und Dienstleistungen als weitere Herausforderung hinzu. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) warnt deshalb vor einer Unterfinanzierung der Kliniken und deutlichen Einschnitten bei der Patientenversorgung.

Auch das Ortenau Klinikum bekommt die Auswirkungen deutlich zu spüren. Der Klinikverbund hat bereits im Juli im Ausschuss für Gesundheit und Kliniken des Ortenaukreises angekündigt, dass die Energiekosten für das Jahr 2022 bis zu zehn Millionen Euro zusätzlich betragen werden. Für 2023 wird ein noch höherer Anstieg der Energiekosten erwartet, der die Bilanz des Ortenau Klinikums im kommenden Jahr stark belasten wird.

Das Ortenau Klinikum unterstützt deshalb die Kampagne „Alarmstufe Rot: Krankenhäuser in Gefahr“, die die DKG gestern gestartet hat. Ortenau Klinikum-Geschäftsführer Christian Keller hat inzwischen wie viele Kollegen bundesweit eine Online-Petition unterzeichnet, mit der die DKG gegenüber dem Bundestag eine Reform der Krankenhausversorgung und des Finanzierungssystems fordert. „Ich begrüße die Kampagne, die den Finger in die Wunde legt und auf die jetzt nochmals deutlich erschwerten Rahmenbedingungen für die Kliniken aufmerksam macht. Wir brauchen jetzt einen Inflationsausgleich und dringender denn je eine nachhaltige Klinikfinanzierung, wie wir sie seit vielen Jahren fordern“, so Keller.

Für ihren dringenden Aufruf an die Bundesregierung führt die DKG an, dass zahlreiche Kliniken in Deutschland in extreme wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind. Das gehe zulasten der Mitarbeitenden, aber auch der hohen Versorgungsqualität für Patientinnen und Patienten. „Die deutschen Krankenhäuser sind in Gefahr. Die Personalnot wird immer größer. Rund 60 Prozent der Krankenhäuser machen bereits Verluste. Die Auswirkungen werden zunehmend auch für die Patientinnen und Patienten spürbar“, so die DKG.

Als Ursache für die wirtschaftliche Schieflage vieler Kliniken macht die DKG verschiedene Gründe aus:

- Der große Beitrag in der Versorgung der Corona-Patienten sowie die anstehenden Herausforderungen der Herbst/Winter-Welle werden immer wieder betont, die Coronahilfen aber wurden gestrichen.

- Stetig neue sinnlose und überflüssige Dokumentationsanforderungen von Politik und Krankenkassen treffen auf bereits überlastetes Personal, dem dadurch viel Zeit für die Versorgung ihrer Patienten fehlt.

- Unabwendbare Kostensteigerungen (u. a. Inflation, Gasumlage, Tarifsteigerungen) der Krankenhäuser treffen auf staatlich regulierte Preise ohne Ausgleichsmechanismen.

- Eine jährliche Investitionslücke von 3,5 Milliarden Euro erschwert den Aufbau und Erhalt moderner und effizienter Strukturen.

- Kleinteilige Personalvorgaben mit hohen Sanktionen sind nicht vereinbar mit modernen und flexiblen Personalkonzepten in den Krankenhäusern.

- Hohe Digitalisierungsansprüche der Patienten stehen im Widerspruch zu einer jahrelang verschlafenen Digitalisierungspolitik im Gesundheitswesen.

Die Bundesregierung müsse jetzt handeln und dringend einen Inflationsausgleich für die Krankenhäuser auf den Weg bringen. Ansonsten zwinge sie das gesamte Kliniksystem in die Knie. Gemeinsam mit den Krankenhäusern müsse die angekündigte Reform der Krankenhausversorgung und des Finanzierungssystems auf den Weg gebracht werden. „Ziele müssen dabei eine qualitativ hochwertige, effiziente und moderne Versorgung, spürbare Entbürokratisierung sowie eine klare Patientenorientierung sein“, so die DKG, die die Bundesregierung auffordert, entschlossen zu handeln und die Krankenhäuser wirksam zu unterstützen.

Die Online-Petition der DKG ist im Internet auf dem Portal „openpetition.de“ unter http://openpetition.de/!AlarmstufeRot erreichbar.

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