Vertreter der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) und des Ortenau Klinikums trafen sich Anfang Februar zu einem Jahresgespräch im Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl. Die DSO ist in Deutschland gemäß Transplantationsgesetz die zentrale Koordinierungsstelle für die postmortale Organspende. Im Fokus des Gesprächs standen die erfolgreiche Zusammenarbeit, die positive Entwicklung der Organspende in Baden-Württemberg sowie am Ortenau Klinikum und gemeinsame Projekte zur weiteren Optimierung der Kooperation.
Besonders erfreulich sehen die Gesprächsteilnehmer die Entwicklung der Organspenden in Baden-Württemberg. Mit einer Zahl von sieben Organspendern pro 100 Intensivbetten zählt das Land mittlerweile zu den führenden Regionen in Deutschland. Auch das Ortenau Klinikum hat einen wichtigen Beitrag zu diesem Erfolg geleistet. Im Jahr 2025 verdoppelte sich die Zahl der Organspenden in Offenburg im Vergleich zum Vorjahr, mit sechs realisierten Organspenden. Damit belegt das Ortenau Klinikum den siebten Platz unter den Krankenhäusern in Baden-Württemberg, die Organe entnehmen, direkt nach den Universitätskliniken und großen städtischen Kliniken etwa in Stuttgart und Karlsruhe.
„Organspenden sind nur möglich, wenn viele Menschen mit großer Sorgfalt und Teamgeist zusammenarbeiten – genau dieses Engagement erlebe ich hier und das ist es auch, was den entscheidenden Unterschied macht. Gleichzeitig zeigt sich auch, auf welch hohem Niveau die intensivmedizinische Versorgung am Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl geleistet wird“, betont Privatdozentin Dr. Christina Zezios, Geschäftsführende Ärztin der DSO-Region Baden-Württemberg.
„Die Organspende ist ein sehr anspruchsvoller Prozess, an dem viele Fachabteilungen beteiligt sind – von der Notaufnahme über die Intensivstation bis hin zur Neurologie und Anästhesie. Wir müssen stets wachsam sein, um jeden potenziellen Organspender zu erkennen und verantwortungsbewusst zu handeln“, erklärt Dr. Peter Kraemer, Medizinischer Vorstand des Ortenau Klinikums.
Zwischen 2018 und 2025 spendeten insgesamt 23 Menschen nach ihrem Tod Organe am Ortenau Klinikum. Da bei einer Spende zumeist mehrere Organe entnommen werden können, waren es insgesamt 82 Spenderorgane, die für eine Vermittlung an Patienten und Patientinnen auf der Warteliste bereitgestellt werden konnten und diesen eine neue Lebensperspektive geschenkt haben. „Dieser Erfolg ist das Ergebnis einer sorgfältigen und engagierten Arbeit des gesamten Klinikteams“, so Dr. Kraemer.
Auch neue Entwicklungen in der Organspende wurden besprochen. Ab diesem Jahr wird auch am Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl das Verfahren der Maschinenperfusion für Nieren von Spendern mit erweiterten Spenderkriterien eingesetzt – eine schonende Methode zur Konservierung von Spenderorganen, die die Transplantatfunktionen verbessern kann und den Transport der Organe weniger zeitkritisch macht. Zudem wird die Klinik eine digitale Erkennung potenzieller Organspender anhand von Patientendaten einführen.
Die DSO-Vertreter lobten die positive Entwicklung und bestätigten, dass das Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl mit seiner verantwortungsbewussten Vorgehensweise einen wichtigen Beitrag zur Organspende leistet.
„Das Ortenau Klinikum wird sich weiterhin insbesondere mit seinen Transplantationsbeauftragten und in enger Zusammenarbeit mit der DSO der verantwortungsvollen Gemeinschaftsaufgabe stellen, Organspenden und –Transplantationen zu fördern, um auch in Zukunft möglichst vielen Menschen eine lebensrettende Chance zu ermöglichen“, so Dr. Kraemer.