Anlässlich des Welttages der Patientensicherheit am 17. September macht das Ortenau Klinikum auf die Bedeutung einer sicheren, verlässlichen und patientenorientierten Versorgung aufmerksam. Der Welttag der Patientensicherheit ist einer der globalen Gesundheitstage der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Vorrangiges Ziel ist es, das öffentliche Bewusstsein und Engagement für Patientensicherheit zu erhöhen.
Patientensicherheit beginnt mit vielen kleinen und großen Maßnahmen im Klinikalltag: der eindeutigen Identifikation von Patientinnen und Patienten, einer sicheren Medikamentengabe, der Einhaltung von Hygienestandards, standardisierten Abläufen, einer offenen Gesprächskultur und vielem mehr. Beim Ortenau Klinikum arbeiten täglich zahlreiche Berufsgruppen und Fachbereiche gemeinsam daran, Risiken frühzeitig zu erkennen und die Qualität der Behandlung kontinuierlich zu verbessern.
Sicherheit durch engagierte Teamarbeit
„Patientensicherheit ist für uns keine Einzelmaßnahme und kein Thema, das nur an einem bestimmten Tag im Jahr wichtig ist. Sie ist ein grundlegender Bestandteil unserer täglichen Arbeit“, sagt Dr. Peter Kraemer, Medizinischer Vorstand des Ortenau Klinikums. „Entscheidend ist, dass wir als Team aufmerksam bleiben, Erfahrungen miteinander teilen und auch über Situationen sprechen, in denen etwas beinahe schiefgegangen wäre. Nur so können wir aus ihnen lernen und unsere Abläufe weiter verbessern.“
An den Standorten des Klinikverbunds kommen zahlreiche Maßnahmen zum Einsatz, die eine sichere Versorgung unterstützen. „Dazu gehören unter anderem sogenannte Morbiditäts und Mortalitäts-Konferenzen (M&M-Konferenzen), bei denen erkannte Komplikationen und schwierige Behandlungsverläufe regelmäßig interprofessionell und interdisziplinär analysiert werden“, berichtet Dr. Kraemer. Das Ziel bestehe darin, aus kritischen Situationen zu lernen und Prozesse kontinuierlich zu verbessern. Diese Konferenzen finden sowohl standortübergreifend als auch innerhalb einzelner Fachabteilungen statt.
Proaktives Risikomanagement
Ein weiteres Beispiel ist die Anwendung der Sicherheitscheckliste der WHO bei Operationen. Vor jeder Operation kommt eine standardisierte Sicherheitscheckliste zum Einsatz. In einem mehrstufigen Verfahren werden unter anderem Patientenidentität, Eingriff, Operationsseite, vorhandene Befunde, Risiken, Instrumente und notwendige Blutkonserven überprüft. Erst nach einem gemeinsamen „Team-Time-out“ wird mit der Operation begonnen.
Auch das proaktive klinische Risikomanagement trägt maßgeblich zur Patientensicherheit am Ortenau Klinikum bei. Über das anonyme Meldesystem CIRS (Critical Incident Reporting System) haben Mitarbeitende die Möglichkeit, sicherheitsrelevante Ereignisse und Beinahe-Fehler zu melden. Die Meldungen werden strukturiert analysiert und mit konkreten Verbesserungsmaßnahmen hinterlegt. „Patientensicherheit bedeutet auch, aus Fehlern und Beinahe-Fehlern zu lernen. CIRS hilft uns dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen, gemeinsam zu analysieren und daraus konkrete Verbesserungen für die Versorgung abzuleiten“, sagt Marianne Hauß, Verantwortliche für das Prozess- und Risikomanagement am Ortenau Klinikum.
Darüber hinaus finden am Ortenau Klinikum regelmäßig externe Qualitätskontrollen und Peer Reviews statt. Auffällige Qualitätskennzahlen werden durch externe Experten überprüft. Das Ortenau Klinikum ist Mitglied im Klinikverbund Clinotel. Über Peer-Review-Verfahren analysieren erfahrene externe Fachkollegen gemeinsam mit den Ärzten der Fachabteilung Prozesse und Abläufe gemeinsam mit den behandelnden Teams.
Und schließlich werden die Mitarbeitenden regelmäßig geschult und für mögliche Risiken im Behandlungsprozess sensibilisiert. So beispielsweise im Bereich der Klinikhygiene. „Da die Händehygiene eine der wichtigsten Hygienemaßnahmen in Kliniken ist, schulen wir unsere Beschäftigten regelmäßig im Umgang mit Desinfektionsmitteln und der richtigen Händedesinfektion“, erläutert Dr. Andreas Christian Schröder, Chefarzt und Leiter des Instituts für Klinikhygiene am Ortenau Klinikum. So wurde das Ortenau Klinikum im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Aktion saubere Hände“ in den vergangenen Jahren wiederholt mit Goldmedaillen für sein Hygienemanagement ausgezeichnet.
Aufmerksam im Team
Um ein Höchstmaß an Patientensicherheit in einem Klinikum zu gewährleisten, ist eine enge, interprofessionelle Zusammenarbeit unabdingbar. Der ärztliche Dienst, die Pflege, die therapeutischen Berufsgruppen und weitere Mitarbeitende bringen ihre jeweiligen Perspektiven ein. Durch strukturierte Übergaben, standardisierte Prozesse und regelmäßige Besprechungen können Informationen zuverlässig weitergegeben und Risiken frühzeitig erkannt werden. „Sicherheit entsteht dort, wo Menschen miteinander sprechen und aufmerksam füreinander sind“, erklärt Dr. Kraemer. „Deshalb fördern wir eine Kultur, in der Fragen ausdrücklich erwünscht sind und Mitarbeitende auf mögliche Risiken hinweisen können.“
Über das Ortenau Klinikum
Das Ortenau Klinikum ist ein kommunaler Klinikverbund des Ortenaukreises und zählt zu den größten Gesundheitsversorgern in Baden-Württemberg. An mehreren Standorten versorgt es jährlich rund 64.800 Patientinnen und Patienten stationär sowie über 194.000 ambulant.
Mit dem Zukunftsprojekt „Ortenau 2030 – Zukunft Gesundheit” treibt das Ortenau Klinikum eine der größten Strukturentwicklungen in der Gesundheitsversorgung in Deutschland aktiv voran. Aktuell entstehen Klinikneubauten, Zentren für Gesundheit und neue, sektorenübergreifende Versorgungsstrukturen, die die Gesundheitsversorgung im Ortenaukreis nachhaltig sichern.