Der Ausbau des Zentrums für Gesundheit (ZfG) Ettenheim ist weiterhin auf einem guten Weg. Nach rund zwei Jahren Bauzeit ist der anstelle eines Teilbereichs der ehemaligen Akutklinik errichtete Neubau abgeschlossen. Bei einer Feierstunde am vergangenen Freitag haben Landrat Thorsten Erny, die Ortenau Klinikum-Vorstandsvorsitzende Claudia Bauer-Rabe und Architekten der Werkgruppe Lahr den Neubau mit einem symbolischen Schlüssel an das Paul-Gerhardt-Werk e.V. als künftigen Betreiber der geriatrischen Rehabilitation übergeben. An der Veranstaltung nahmen neben Bürgermeister Bruno Metz weitere Kreisräte sowie Gäste aus der Kreispolitik, der Stadt Ettenheim und aus dem Gesundheitsbereich teil.
Das Zentrum für Gesundheit auf dem Gelände der ehemaligen Klinik wird seit der Eröffnung Anfang 2023 schrittweise zu einer Einrichtung mit mehreren medizinischen und pflegerischen Gesundheitsangeboten, ambulant wie auch stationär, mit teilweise innovativen Ansätzen ausgebaut. Noch im April wird das Paul-Gerhardt-Werk Offenburg e.V. in dem Neubau, der an den sanierten Altbestand des ehemaligen Klinikgebäudes angebunden ist, eine stationäre geriatrische Rehabilitation mit 60 Betten eröffnen.
„Für Ettenheim, die Menschen der Region und den Ortenaukreis ist heute ein richtig guter Tag! Denn der Meilenstein, den wir heute setzen, sichert den Gesundheitsstandort Ettenheim langfristig, weil wir hier ein attraktives Zentrum für Gesundheit entwickeln“, betonte Thorsten Erny bei der Begrüßung der Gäste. Der Ortenaukreis halte Wort und entwickle die ehemaligen Klinikstandorte zu leistungsfähigen Gesundheitszentren. Vor dem Hintergrund des steigenden Bedarfs an stationären Pflegeplätzen in den kommenden Jahren ergänze die geriatrische Rehabilitation des Paul-Gerhardt-Werks sinnvoll die bestehenden Angebote und trage zur Vermeidung von stationärer Langzeitpflege bei. Landrat Erny dankte für die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Landkreis, Ortenau Klinikum, Stadt Ettenheim dem Paul-Gerhardt-Werk und den politischen Entscheidungsträgern sowie allen Beteiligten für die Entwicklung des Konzeptes und die schnelle Umsetzung.
Auch Bürgermeister Bruno Metz lobte die „zügigen und unfallfreien“ Arbeiten und die sehr gute Zusammenarbeit aller Beteiligten. Das Zentrum für Gesundheit sei eine wichtige Anlaufstelle für die Menschen in Ettenheim. Ihm sei stets ein „nahtloses Arbeiten“ der bestehenden Angebote auch während der Bauarbeiten am Neubau und der Sanierungen sehr wichtig gewesen.
„Wir übernehmen nicht nur einen Schlüssel, sondern viel Verantwortung“ betonte Silke Boschert, Vorständin des Paul-Gerhardt-Werks e.V., in ihrem Grußwort. Sie sei stolz mit ihrem Team Teilhabe, Lebensqualität und die Rückkehr ins alltägliche Leben für die Patienten bieten zu können. Die Einrichtung mit 60 Plätzen werde ein „Leuchtturm auch über die Ortenau hinaus“ sein. Architektin Dagmar Abt von der Werkgruppe Lahr betonte, dass das Haus als ein Ort der „Geborgenheit, der Zuversicht und der Hoffnung“ geplant worden sei. „Warme Farben, ein heller Innenhof und einen Ausblick aus fast jedem Zimmer auf die fantastische Aussicht“ seien wichtige Ziele für die Architekten gewesen.
In ihrem abschließenden Grußwort bezeichnete Claudia Bauer-Rabe, Vorstandsvorsitzende des Ortenau Klinikums, die Fertigstellung des Neubaus als „einen großen Schritt in eine andere Zukunft der Gesundheitsversorgung und Grundlage für eine neue Ära der stationären Rehabilitation in der südlichen Ortenau“. Der Schlüssel für das Gelingen sei die sehr gute Zusammenarbeit zwischen dem Ortenau Klinikum und dem Paul-Gerhardt-Werk e.V.. Bauer-Rabe dankte dem Kreistag und Landrat Thorsten Erny für die große Unterstützung und allen Beteiligten für die „hervorragende Arbeit“.
Die Haussegnung gestalteten Severine Ploese, Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Ettenheim, und Martin Kalt, Pfarrer der Seelsorgeeinheit Ettenheim, als einen Dialog über die Zukunft des Hauses und mit einer musikalischen Einlage.
In den erhaltenen Gebäudeteilen der ehemaligen Klinik sind bereits seit Anfang 2023 mehrere Gesundheitsangebote des ZfG Ettenheim gebündelt. So betreibt das Medizinische Versorgungszentrum Ortenau (MVZ) drei Facharztpraxen in den Bereichen Unfall- und Viszeralchirurgie, Gastroenterologie und Psychosomatische Medizin. In der Praxis für Unfall- und Viszeralchirurgie ist ein von den Berufsgenossenschaften zugelassener Durchgangsarzt zur Behandlung von Arbeits- und Wegeunfällen vorhanden. Dieser Teil des ehemaligen Klinikgebäudes wird derzeit umfangreich modernisiert. So werden die drei MVZ-Praxen um einen modernen Eingriffsraum und weitere Nebenräume erweitert. Hinzu kommt unter anderem ein ambulantes Operationszentrum im ersten Obergeschoss mit zwei, nach modernsten Standards eingerichteten OP-Säle sowie die nötige weitere OP-Infrastruktur. Weitere Praxen sollen in die sanierten Räumlichkeiten einziehen. Auch ein modernes Besuchercafé erhält das ZfG. In unmittelbarer Nähe zum ZfG Ettenheim läuft ebenfalls ein Neubau der bestehenden Rettungswache mit Notarztstandort. Das Projekt wird vom DRK als Träger der Rettungswache realisiert.
Die Weiterentwicklung des Zentrums für Gesundheit Ettenheim ist Teil der 2018 vom Kreistag beschlossenen Agenda „Ortenau 2030 – Zukunft Gesundheit“. Die Investitionen für die bauliche Modernisierung der MVZ- und OP-Räumlichkeiten sowie den Neubau der geriatrischen Rehabilitation belaufen sich auf insgesamt rund 27 Millionen Euro. Der Kreistag hat für die Weiterentwicklung der ehemaligen Klinikstandorte 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.