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Tag der Rückengesundheit: Mit KI gegen chronische Schmerzen

Der 15. März ist der Tag der Rückengesundheit / Schmerzmediziner weisen auf die Diagnose und Behandlung chronischer Rückenschmerzen hin

Rückenschmerzen sind in Deutschland nach wie vor die häufigste Form chronischer Schmerzen. Sie betreffen Menschen aller Altersgruppen und gehören zu den führenden Gründen für Arbeitsausfälle und eingeschränkte Lebensqualität. Anlässlich des Tags der Rückengesundheit am 15. März rücken Schmerzmediziner die Bedeutung einer frühzeitigen Prävention und einer gezielten Versorgung chronischer Rückenschmerzen in den Fokus. 

„Rückenschmerz ist ein Symptom mit vielfältigen Ursachen – von Muskel- und Gelenkproblemen bis hin zu Veränderungen im Spinalkanal. Wenn Patienten über längere Zeit an diesen Schmerzen leiden, findet oft eine Veränderung der Schmerzwahrnehmung statt, so dass chronische Schmerzen entstehen können“, erklärt Dr. Ingo Schilk, Chefarzt der Klinik für Schmerzmedizin am Ortenau Klinikum Lahr.

Viele Faktoren können den Schmerz auslösen
Laut Definition liegen chronische Rückenschmerzen vor, wenn Beschwerden länger als drei bis sechs Monate bestehen. „In dieser Phase spielen nicht nur körperliche Faktoren eine Rolle. Schlafstörungen, Stress, Ängste oder depressive Verstimmungen können den Schmerz verstärken und ihn zu einem eigenständigen Krankheitsbild werden lassen“, so Dr. Schilk. Wer dem Auftreten von Rückenschmerzen entgegenwirken möchte, sollte vor allem darauf achten, sich gezielt zu bewegen (z.B. Schwimmen, Nordic Walking, Yoga), den Alltag ergonomisch zu gestalten (z.B. dynamisches Sitzen, rückengerechte Arbeitsweise) und Stress abzubauen (z.B. autogenes Training). Auch eine erfolgreiche Therapie verfolge zumeist multimodale Ansätze, die Bewegung, medizinische Behandlung und psychologische Unterstützung kombinieren, so Dr. Schilk

Spätestens wenn der Schmerz zum Dauerzustand wird, raten Schmerzmediziner zur sogenannten spezialisierten Schmerztherapie: „Standardtherapien reichen bei chronischen Beschwerden häufig nicht aus. Spezialisierte Zentren wie unser Regionales Schmerzzentrum Ortenau am Ortenau Klinikum Lahr bieten erweiterte Optionen wie individuell angepasste Medikamente, interventionelle Verfahren oder strukturierte multimodale Programme.“ Operative Maßnahmen lassen sich hierdurch oftmals vermeiden.

KI-gestützte Rückenmarkstimulatoren als neue Option
Seit Mitte 2025 wird am Ortenau Klinikum Lahr ein innovatives Verfahren mit einem Rückenmarkstimulator eingesetzt, der KI-Unterstützung nutzt. Dieses Verfahren kommt nur bei besonders schweren Fällen, zum Beispiel nach mehreren erfolglosen Behandlungen oder Operationen, zum Einsatz. Dr. Schilk erläutert: „Der Rückenmarkstimulator mit künstlicher Intelligenz passt die elektrische Stimulation individuell an die Schmerzsignale des Patienten an. So lassen sich Schmerzen gezielt reduzieren, ohne dass hohe Medikamentendosen notwendig sind. Das Verfahren ist ein bedeutender Fortschritt in der Therapie chronischer Rückenschmerzen und ermöglicht vielen Betroffenen ein neues Maß an Lebensqualität.“

Auch digitale Tools spielen zunehmend eine Rolle in der Schmerztherapie. „Apps, virtuelle Trainingsprogramme oder Podcasts unterstützen Patienten dabei, Bewegungsübungen regelmäßig durchzuführen und Fehlhaltungen zu korrigieren. Die KI erkennt individuelle Muster und passt die Übungen an“, erklärt Dr. Schilk. „Sie ersetzen keine ärztliche Behandlung, können aber langfristig helfen, Verhaltensänderungen zu stabilisieren.“

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