Gefäßerkrankungen – wenn das Leben ins Stocken gerät

Moderne Diagnostik und sanfte Therapien am Gefäßzentrum des Ortenau Klinikums Offenburg-Kehl

Gefäßerkrankungen zählen zu den häufigsten Krankheiten in Deutschland – Tendenz steigend. Meist verlaufen sie über Jahre hinweg unbemerkt, bis plötzlich Schmerzen auftreten oder ernsthafte Komplikationen drohen, wie ein Schlaganfall oder eine Amputation. Dabei sind Gefäßerkrankungen heute gut behandelbar – vor allem, wenn sie frühzeitig erkannt werden.

Individuelle Behandlung auf höchstem Niveau

Am Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl hat man sich auf die Diagnose und Therapie von Gefäßerkrankungen spezialisiert. Das interdisziplinäre Gefäßzentrum mit integriertem Shuntzentrum bietet Patientinnen und Patienten eine umfassende Versorgung aus einer Hand. Gefäßchirurgen, Radiologen, Angiologen, Neurologen und weitere Fachrichtungen arbeiten hier eng zusammen – für passgenaue, individuelle Behandlungsstrategien.

Zu den häufigen Krankheitsbildern zählen Verengungen der Beinarterien, die sogenannte periphere arterielle Verschlusskrankheit, Aneurysmen – krankhafte Erweiterungen der Hauptschlagader – sowie Einengungen der Halsschlagader, die das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen. Auch Krampfadern, das diabetische Fußsyndrom und chronische Wunden gehören zum Spektrum des Zentrums.

Sanfte Verfahren für mehr Lebensqualität

Die Zeiten, in denen bei Gefäßerkrankungen automatisch große Operationen nötig waren, sind vorbei. Heute setzt das Team rund um Chefarzt Professor Dr. Uwe Pohlen auf moderne, minimalinvasive Verfahren, bei denen möglichst wenig in den Körper eingegriffen wird. „Unser Ziel ist es, Gefäßerkrankungen frühzeitig zu erkennen und mit möglichst schonenden Methoden zu behandeln“, erklärt Professor Dr. Pohlen.

Statt große Schnitte zu setzen, werden bei endovaskulären Eingriffen beispielsweise feine Katheter über kleine Zugänge in die Gefäße eingeführt. So können verengte Arterien mithilfe eines Ballons gedehnt oder dauerhaft durch sogenannte Stents offengehalten werden. Auch Aneurysmen können auf diese Weise stabilisiert werden – oft ohne eine offene Operation.

Diese sanften Techniken haben viele Vorteile: weniger Schmerzen, geringeres Risiko für Komplikationen, kürzere Aufenthaltszeiten im Krankenhaus und eine schnellere Rückkehr in den Alltag. Sie sind nicht nur bei jüngeren, sondern gerade auch bei älteren oder vorerkrankten Patientinnen und Patienten eine wertvolle Alternative.

Spezialversorgung auch für Dialysepatienten

Ein weiterer Schwerpunkt am Standort ist das Shuntzentrum für Patientinnen und Patienten mit chronischer Nierenerkrankung. Hier werden Gefäßzugänge für die Dialyse – sogenannte Shunts – angelegt, erhalten oder erneuert. „Die Shuntchirurgie ist ein sensibler Bereich, der Erfahrung und Präzision erfordert“, sagt Oberarzt Thomas Beckers, Facharzt für Chirurgie, Gefäßchirurgie und Viszeralchirurgie. „Dank moderner Techniken und einer spezialisierten Versorgung können wir Dialysepatienten dauerhaft eine gute Lebensqualität ermöglichen.“

Vorsorge, Nachsorge und langfristige Begleitung

Am Ortenau Klinikum wird nicht nur operiert. Viel Wert wird auf umfassende Betreuung gelegt – von der frühzeitigen Diagnostik über die akute Behandlung bis zur langfristigen Nachsorge. In der gefäßchirurgischen Ambulanz finden Verlaufskontrollen, Wundbehandlungen und Beratungsgespräche statt.

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