Leistenbruch: Häufige Erkrankung mit sehr guten Behandlungsmöglichkeiten

Die Operation bei Leistenbruch, medizinisch auch Inguinalhernie genannt, gehört zu den häufigsten Eingriffen in der Allgemeinchirurgie. In Deutschland sind jährlich rund 200.000 bis 250.000 Menschen betroffen. Doch was steckt hinter dieser Diagnose, und wie wird sie behandelt? In der Fachklinik von Dr. Volker Ansorge, Chefarzt der Allgemeinchirurgie am Ortenau Klinikum Wolfach, werden jährlich rund 250 Leistenbrüche operiert.

Was ist ein Leistenbruch?
Ein Leistenbruch entsteht, wenn sich Bauchorgane – meist ein Teil des Darms – durch eine Schwachstelle in der Bauchwand in der Leistenregion vorwölben. Diese befindet sich zwischen Unterbauch und Oberschenkel.

„Die Leistenregion ist anatomisch bedingt eine Schwachstelle“, erklärt Dr. Ansorge. „Deshalb treten hier besonders häufig Hernien auf.“ Betroffen sind vor allem Männer, insbesondere ab dem mittleren Lebensalter. Grundsätzlich kann jedoch jeder Mensch einen Leistenbruch entwickeln. Risikofaktoren sind unter anderem eine Bindegewebsschwäche, Übergewicht, körperliche Belastung oder familiäre Vorbelastung.

Symptome oft unscheinbar
Ein Leistenbruch macht sich häufig durch eine Vorwölbung in der Leiste bemerkbar, die besonders bei Husten, Heben oder körperlicher Belastung stärker wird. Dazu können ziehende oder drückende Schmerzen kommen.

„Manchmal verursacht ein Leistenbruch kaum Beschwerden und bleibt zunächst unbemerkt“, so Dr. Ansorge. „In seltenen Fällen kann es jedoch zu einer Einklemmung kommen – das ist ein medizinischer Notfall.“ Bei plötzlichen starken Schmerzen oder einer verhärteten Vorwölbung sollte daher umgehend ärztliche Hilfe gesucht werden.

Diagnose und Abklärung
Die Diagnose erfolgt meist durch eine körperliche Untersuchung. Dabei wird die Leistenregion abgetastet und auf eine Vorwölbung geprüft. In unklaren Fällen können ergänzend Ultraschall oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt werden, um den Befund zu sichern und Komplikationen auszuschließen.

Operation zumeist ambulant
Ein Leistenbruch heilt nicht von selbst. Die Behandlung erfolgt daher in der Regel operativ. „Die Operation ist der zuverlässigste Weg, um den Bruch dauerhaft zu beheben und Komplikationen zu vermeiden“, erklärt Dr. Ansorge.

Es stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung:
Bei der offenen Operation wird der Bruch über einen kleinen Schnitt versorgt und die Bauchwand mit einem Netz stabilisiert. Alternativ kann minimalinvasiv über kleine Schnitte und eine Kamera operiert werden. Dabei wird ebenfalls ein Netz eingesetzt.

„Die minimalinvasive Methode führt oft zu weniger Schmerzen und einer schnelleren Erholung“, so Dr. Ansorge. „Die offene Technik ist jedoch weiterhin sehr bewährt und in vielen Fällen gut geeignet.“ Am Ortenau Klinikum Wolfach werden rund 85 bis 90 Prozent der Eingriffe ambulant durchgeführt, sodass viele Patientinnen und Patienten die Klinik am selben Tag wieder verlassen können.

Nach der Operation
Nach dem Eingriff ist eine kurze Erholungsphase wichtig. Körperliche Schonung wird für die ersten Wochen empfohlen. Leichte Alltagsaktivitäten sind meist früh wieder möglich. Auf schwere körperliche Belastung und intensiven Sport sollte jedoch für etwa vier bis sechs Wochen verzichtet werden. „Eine angepasste Nachsorge trägt wesentlich zu einer guten Heilung bei“, betont Dr. Ansorge.

Kontakt

Ortenau Klinikum Wolfach
Chirurgie
Oberwolfacher Straße 10
77709 Wolfach
Tel. 07834 970-401
E-Mail: chirurgie.wol(at)ortenau-klinikum.de

 

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