Psychosomatische Erkrankungen sind weit verbreitet – und heute gut behandelbar. Am Ortenau Klinikum finden Betroffene moderne und individuelle Therapieangebote.
Anhaltende Ängste, depressive Verstimmungen oder körperliche Beschwerden ohne erkennbare organische Ursache – psychosomatische Erkrankungen können sich sehr unterschiedlich äußern. Schätzungen zufolge leidet etwa ein Drittel der Patientinnen und Patienten in Hausarztpraxen unter solchen Beschwerden. Häufig beeinträchtigen sie nicht nur die Gesundheit, sondern auch das Familienleben und den Alltag.
Körper und Seele hängen eng zusammen
„Psychosomatische Beschwerden lassen sich heute in vielen Fällen erfolgreich behandeln“, sagt Professor Dr. Andreas Joos, Chefarzt der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Ortenau Klinikum Lahr. Im Mittelpunkt der Behandlung steht eine individuell abgestimmte Psychotherapie, die verschiedene wissenschaftlich anerkannte Verfahren miteinander verbindet. Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist dabei eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung.
Neben der Behandlung der Beschwerden spielt auch die Stärkung der persönlichen Widerstandskraft – der sogenannten Resilienz – eine wichtige Rolle. Sie hilft dabei, Belastungen besser zu bewältigen und neue Perspektiven zu entwickeln.
Individuelle Therapie – ambulant, teilstationär oder stationär
Je nach Erkrankung stehen in Deutschland unterschiedliche Behandlungsformen zur Verfügung – von der ambulanten Psychotherapie bis zur stationären oder teilstationären Behandlung.
Am Ortenau Klinikum Lahr wurden die psychosomatischen Angebote in den vergangenen Jahren gezielt erweitert. Neben der stationären Versorgung bietet die Klinik inzwischen 18 teilstationäre Behandlungsplätze an. Dieses Konzept ermöglicht eine intensive Therapie, während Patientinnen und Patienten – sofern sie in der Nähe wohnen – weiterhin in ihrem gewohnten Umfeld leben können.
Mehr als Gesprächstherapie
Die Behandlung umfasst deutlich mehr als klassische Psychotherapie. Zum Therapiekonzept gehören unter anderem Kunst- und Körpertherapie, Bewegungsangebote wie Nordic Walking oder Gymnastik, Entspannungsverfahren sowie eine enge Begleitung durch ein erfahrenes therapeutisches Team. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen in Gruppentherapien wird von vielen Patientinnen und Patienten als besonders hilfreich erlebt.
Hoffnung und neue Perspektiven
Gerade in einer Zeit, die von Krisen und Unsicherheiten geprägt ist, gewinnen Themen wie Zuversicht, Hoffnung und persönliche Entwicklung an Bedeutung. „Viele psychosomatisch erkrankte Menschen erleben Gefühle von Hilflosigkeit oder Überforderung. Deshalb unterstützen wir sie dabei, neue Kraftquellen zu entdecken und ihre Resilienz zu stärken“, erklärt Oberärztin Sarah Roberg, Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.
Neues Angebot für Kinder und Jugendliche
Seit Anfang 2026 erweitert das Ortenau Klinikum seine psychosomatische Versorgung auch für junge Menschen. Unter der Leitung von Professor Dr. Patrick Gerner werden in der Kinderklinik am Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl erstmals stationäre psychosomatische Behandlungen für Kinder und Jugendliche angeboten.